Ausstellungen der vergangenen Jahre

2018/2019

Die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde

von 16. September 2018 bis 24. Februar 2019

In der Berliner Tiergartenstraße 4 wurde die später unter der Bezeichnung „Aktion T4“ bekannt gewordene Ermordung von Menschen mit psychischen Erkrankungen und geistigen Behinderungen geplant und organisiert. Die Ausstellung zeigt die Vorgeschichte und Durchführung dieser Patientenmorde. Sie beschreibt die besondere Bedeutung der Organisationszentrale in der Tiergartenstraße 4 und erläutert weitere Mordaktionen gegen psychisch kranke und geistig behinderte Männer, Frauen und Kinder in Deutschland und Europa ab 1939. Zehn lebensgeschichtliche Skizzen von Opfern der Patientenmorde verdeutlichen die individuelle Dimension dieser Verbrechen.

weitere Informationen https://www.t4-denkmal.de/Themen

Eine Ausstellung des DFG-Erkenntnistransferprojekts »Erinnern heißt gedenken und informieren« (HO 2208/5-2) in Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Stiftung Topographie des Terrors

2018

Das Kieler Seebad 1822

von 13. Mai 2018 bis 30. September 2018

Am 24. Juni 1822 öffnete das Badehaus am Strand von Düsternbrook die Türen für die ersten Badegäste. Für die Mutigen bestand die Möglichkeit ein Seebad direkt in der Kieler Förde zu „gebrauchen“. Das wollte man allerdings nicht allen Kurgästen zumuten. Im Badehaus standen daher Wannen für Bäder mit erwärmtem Meereswasser und für künstliche Bäder mit Zusätzen bereit.

Das Bad in der Förde hat im frühen 19. Jahrhundert nicht allzu viel mit unserem heutigen Badevergnügen gemein. Es ist eine medizinische Angelegenheit. Man steige unbekleidet ins Wasser, tauche ein- oder mehrmals unter und verlasse das Wasser, ehe das erste Frösteln auftritt, so die Anleitung der Badeärzte.

Natürlich brauchte es Vorkehrungen, um bei solch einem Nacktbad keinen Anstoß zu erregen. Dafür stellte die Badeverwaltung Karren und Flöße zur Verfügung, die zum einen als Umkleidekabinen dienten. Zum anderen war daran ein Schirm angebracht, der bis auf die Wasseroberfläche reichte und den Badenden im Wasser verhüllte. Außerdem hing am Karren ein Seil, an dem man sich beim Abtauchen festhalten konnte, denn niemand ging davon aus, dass die Badegäste schwimmen konnten.

Die Idee für eine Seebadeanstalt in Kiel entwickelte 1803 der frisch berufene Medizinprofessor Joachim Dietrich Brandis, der zuvor als Brunnen- und Badearzt an der Lahn tätig gewesen war. Im selben Jahr eröffnete die Seebadeanstalt in Travemünde bei Lübeck. Da es in Kiel jedoch an seriösen Investoren zunächst fehlte und sich die wirtschaftlichen Verhältnisse im Herzogtum Holstein in den kommenden Jahren ungünstig entwickelten, nahm man erst 1819 einen erneuten Anlauf. Ermuntert durch die Gründung eines Seebades in Wyk auf Föhr (Nordsee) und in Apenrade (Ostsee), fand sich nun auch in Kiel eine Gruppe von Aktionären, die mit medizinischem Beistand durch Prof. Christoph Heinrich Pfaff, 1821 ein Badehaus erbauen ließ.

2017-2019

Das Mikrobiom – Der Mensch ist nicht allein!

Kreative Sicht auf die Wissenschaft. Ein Ausstellungsprojekt des Exzellenzclusters Entzündungsforschung und der Muthesius-Kunsthochschule

von 31. Mai 2017 bis 28. Februar 2019

Der Exzellenzcluster „Entzündungsforschung“ beschäftigt sich in vielfältiger Weise mit dem Phänomen des Mikrobioms. Dieser Begriff beinhaltet die gesamten Bakterien und andere Kleinstlebewesen, die auf und in unseren Körpern leben. Ergebnisse dieser Forschung wurden von Studierenden, sowie Absolventinnen und Absolventen der Muthesius Kunsthochschule in künstlerischen Arbeiten visualisiert und als Ausstellung gestaltet. Fotografien, Filme, Plakate, Comics, Gemälde und Installationen zeigen eine künstlerische Sicht auf die Forschung im Exzellenzcluster. Ziel der Kooperation von Wissenschaft und Kunst ist es, die Themen der Forschung in eine verständliche „Sprache“ zu übersetzen.

weitere Informationen

Susana Murillo Parrales: Not alone
  • Ausstellung Mikrobiom

2017

Radiologie im Nationalsozialismus

14. Oktober 2016 – 23. April 2017

Im Jahr 2010 beauftragte die Deutsche Röntgengesellschaft e.V. die Medizin­historikerin Frau Dr. Gabriele Moser (Universität Heidelberg) mit der Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Röntgengesellschaft in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur. Die weitreichenden Forschungen zeichnen den ver­brecherischen Einsatz der Röntgenstrahlung im Dienste nationalsozialistischen Rassenwahns nach und dokumentieren wissenschaftliche Karrieren. Sie um­fassen aber auch die oftmals schwierige Bergung von Biografien verfolgter und er­mordeter Radiologinnen und Radiologen zwischen 1933 und 1945.

zu den Ausstellungstafeln

Medizingeschichte Kiel Siemens Röntgenanlage

2015 / 2016

Universitätsmedizin Kiel 350

Entdeckungen, Entwicklungen, Perspektiven

20. März 2015 – 30. April 2016

Als eine der vier Gründungsfakultäten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel feierte die Medizinische Fakultät 2015 ihr 350-jähriges Bestehen.

Entdeckungen: Die Ausstellung zeigt bedeutende Beiträge, die Ärzte und Wissenschaftler der Fakultät für die heutige Medizin erbracht haben. An interaktiven Stationen können die Besucher/innen erleben, dass in Kiel spannende Persönlichkeiten gewirkt und die medizinische Versorgung entscheidend geprägt haben.

Entwicklungen: Über die letzten 350 Jahre haben die Kliniken in Kiel umfangreiche Veränderungen mitgemacht. Am Beispiel von vier Kliniken und Instituten wird gezeigt, wie sich die klinische Medizin entwickelt hat und wie die enge Verflechtung der Fakultät mit der Stadt Kiel entstanden ist.

Perspektiven: Aus verschiedenen Perspektiven wurden Überlegungen, kritische Betrachtungen, Vermutungen, Hoffnungen, Wünsche und Bedenken zusammengetragen, um einen Ausblick in die zukünftige Medizin zu wagen. Künstlerische Arbeiten begleiten die Denkanstöße.

www.medizin350.uni-kiel.de

Sonderausstellung Universitaetsmedizin Kiel 350
  • 350Medizin_Seiffert
  • 350Medizin_Kartentisch
  • 350Medizin_Lennert
  • 350Medizin_Augen
  • 350 Jahre CAU

2014

1000fach. 50 Jahre Lymphomforschung in Kiel

1.10.2014 – 31.1.2015

Vor 50 Jahren wurde am Kieler Pathologischen Institut das Lymphknotenregister gegründet. Hier werden Fälle der seltenen und schwer zu diagnostizierenden Tumoren des lymphatischen Systems von Experten untersucht. Täglich treffen aus ganz Deutschland Gewebeproben von Patienten ein. Über 300.000 Kankheitsfälle wurden bereits  registriert, diagnostiziert und archiviert  –  und dabei wurde intensiv geforscht.  Anfang der 1970er Jahre entwickelten die Kieler Pathologen ein vollkommen neues Verständnis der malignen Lymphome, was zu neuen Diagnosebegriffen und einer neuen Systematik dieser Krankheiten führte. Die 1974 publizierte „Kiel-Klassifikation“ war wegweisend für die moderne Krebsforschung. Was wir heute über die Funktion des Lymphknotens wissen, verdanken wir nicht zuletzt der Arbeit der Kieler Pathologen.
Die Ausstellung bietet Einblicke in den faszinierenden Mikrokosmos der Gewebepathologie. Sie zeigt die Geschichte einer der ältesten modernen Biobanken und ihre Bedeutung für die heutige Erforschung von Krankheiten.

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2014

Schmerzfrei. Vom Reiz der Zahnbehandlung

13. April bis 21. Dezember 2014

An drei beispielhaften Behandlungsplätzen zeigt die Ausstellung die Praxis als Arbeitsort, der, historisch betrachtet, Zahnärzten lange Zeit ebenso Ungemach bereitete wie den Patienten. Was es bedeutete, auf einem Bein stehend eine Bohrmaschine per Fußpedal anzutreiben und dabei anständig zu bohren, kann man hier selbst ausprobieren.
Die Weiterentwicklung der Bohrtechnik prägte die Veränderungen im Behandlungsraum wie kein anderes Verfahren. Erhöhung der Umdrehungszahl, Änderungen der Antriebsarten und Verkleinerung des Motors gestalteten das Bohren für Patienten und Zahnärzte im Laufe des 20. Jh. zunehmend entspannt und präzise. Entspannung ist überhaupt das Schlagwort, das den konzeptuellen Wandel der Zahnbehandlung kennzeichnet. Der Weg von der Anspannung zur Entspannung spiegelt sich im Design der ausgestellten Behandlungsplätze vom aufrechten Stuhl, in dem der Patient in steifer Körperhaltung saß, bis zur Relaxliege der 1970er Jahre wider.

Schmerzfrei. Vom Reiz der Zahnbehandlung

2013

Unterwasserwelten

5. Mai 2013 bis 6. Oktober 2013

Die Welt unter Wasser fasziniert und ist unheimlich zugleich. Was bewegt Menschen, unter die Wasseroberfläche vorzustoßen, sich diesen Raum zu Eigen zu machen oder eigene Unterwasserwelten zu erschaffen?

Einen Tauchgang ins Reich der Sehnsüchte, Begehrlichkeiten und Hinterlassenschaften unternimmt die Ausstellung „Unterwasserwelten“. Studenten der Europäischen Ethnologie an der Christian-Albrechts-Universität haben Themen wie Seeungeheuer, Tauchen, Archäologie, Steinfischen, Aquaristik und Unterwasser-Spielzeug auf ihre Zusammenhänge und kulturellen Hintergründe befragt. Außerdem werden Unterwasserfotografien des Kieler Fotografen Uli Kunz gezeigt. Mit dieser Ausstellung eröffnet die Medizin- und Pharmaziehistorische Sammlung nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen wieder.

2010

Durch Mark und Bein.
Zur Geschichte der Marknagelung

28. März 2010 bis 3. Oktober 2010

Die Kieler Medizin spielt eine prominente Rolle in der Geschichte der Kriegs- und Unfallchirurgie, der Asepsis sowie bei Entwicklungen in der Orthopädie. In Kiel wurde die Erste Hilfe erfunden, entstand die erste „Schule für Heilgymnastik“, gab es die erste nach aseptischen Grundsätzen errichtete Klinik.
Nach dieser Einführung widmet sich der zweite Teil der Ausstellung einem Teilbereich der Chirurgie, der Entstehung und Weiterentwicklung der Marknagelung bei Knochenbrüchen. Interessante Protagonisten dieser Geschichte sind Ernst Pohl (1876-1962), der ab Beginn des 20. Jahrhunderts Röntgengeräte produzierte und später auf die Produktion von Marknägeln umschwenkte und der Arzt Gerhard Küntscher (1900-1972), der als Erster eine Marknagelung durchführte.

2008

Von Kapseltauchern und Pillendrehern.
Geräte zur Arzneimittelherstellung aus der Sammlung Pohl- Boskamp

18. Mai 2008 bis 5.Oktober 2008

Frauen in weißen Kitteln und Kopftuch tauchen überdimensionale Stecknadeln in flüssige Gelatine: Bis in die 50er Jahre entstehen so Arzneimittelkapseln in sorgfältiger Handarbeit. Desmoid-Pillen zum Nachweis von Magensäure werden gar bis 1993 von Hand gedreht, in winzige Gummibeutelchen gehüllt und mit einem besonderen Faden zugebunden.
Die Ausstellung “ Von Pillendrehern und Kapseltauchern“ zeigt die Entwicklung der Arzneimittelherstellung vom Apotheker-Handwerk zur industriellen Produktion anhand historischer Geräte, Verpackungen und Fotografien aus der Sammlung der Hohenlockstedter Firma Pohl-Boskamp. Jeweils sonntags nimmt die ausgestellte Arzneimittel-Manufaktur gemeinsam mit den Besuchern den Betrieb auf.

Foto: Historische Aufnahme aus der Konfektionierung von handgefertigten Kapseln (©Pohl-Boskamp)

2007

Hirnsturm. Ein Kabinett verwegener Forscher.

1. April bis 31. Oktober 2007

2006

Bis zum ersten Schrei
Ausstellung zur Geschichte der Geburt

2. April bis 4. Oktober 2006

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