Female Remains. Frauenschicksale und die Vermessung der Geburt

Ein Vitrinenschrank, der die geburtshilfliche Sammlung von Beckenpräparaten der Kieler Hebammenlehr- und Gebäranstalt aus dem 19. Jh. verwahrt, gilt als eines der bekanntesten Objekte unseres Museums. In mehrjähriger Forschungsarbeit sind der Medizinhistorker Dr. Ulrich Mechler und der Personenhistoriker Dr. Christian Hoffarth der Frage nachgegangen, wessen Becken hier eigentlich gesammelt wurden und wie die Sammlung genutzt wurde.

Die Ausstellung zeichnet den Lebensweg von fünf Patientinnen der Gebäranstalt nach. Sie vermittelt ein Bild vom Alltag der Schwangeren und den Mitarbeiter*innen der Gebäranstalt. Sie beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Patientinnen, Hebammen und Geburtshelfern und erläutert die historische Forschung zum Verständnis des Geburtsvorgangs.

Die Kieler geburtshilfliche Beckenforschung galt im 19. Jh. als herausragend. Wichtige medizinische Fortschritte, von denen wir heute profitieren, sind ihr zu verdanken. Dennoch bleibt es eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, historische und gegenwärtige Forschungsmethoden aus unterschiedlichen Perspektiven immer wieder neu zu hinterfragen. Die Ausstellung regt an, den Umgang mit den Patientinnen der Gebäranstalt und den Umgang mit ihren sterblichen Überresten zu diskutieren. Sie zeigt auf, wo uns vergleichbare Fragestellungen in der gegenwärtigen Medizin begegnen, die einen persönlichen Standpunkt jedes Einzelnen erfordern.

Gefördert durch die Volkswagen-Stiftung, das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein und die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe UKSH Kiel

Das klinische Bild – Kunst beflügelt Genesung

Können Kunst und Gestaltung dazu beitragen, Klinikgebäuden eine Qualität zu verleihen, die die Genesungsprozesse kranker Menschen unterstützt? Studierende und Absolventinnen der Muthesius Kunsthochschule stellen ihre Positionen zur Diskussion, die im Rahmen eines Wettbewerbs für Kunst in den neuen Gebäuden des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein entstanden sind. Die künstlerischen Arbeiten werden in ihren Verwendungszusammenhängen präsentiert und erlebbar gemacht.

Ein Kooperationsprojekt mit dem Muthesius Transferpark

Gefördert durch die Muthesius Kunsthochschule

Medizin Geschichte Kunst Museum Kiel

Werte statt Worte? Zur Entwicklung der medizinischen Diagnostik

Die Medizin wendet heute vielfältige Untersuchungsmethoden an, um Krankheiten zu diagnostizieren. Kaum vorstellbar, dass Ärzte um 1800 noch weitestgehend auf die Schilderung von Symptomen durch ihre Patienten angewiesen waren. Die Ausstellung widmet sich den ärztlichen Anstrengungen, Krankheitszeichen im Inneren des Körpers zu erkennen, und der Suche nach „objektiven“ Krankheitszeichen.
Museum Kiel Medizin